Medikamente nach der Operation
Anti-Reflux-Medikamente
Nach der Operation wird Ihr Gesundheitsteam für mindestens 3 Monate Anti-Reflux-Medikamente verschreiben. Diese Medikamente unterstützen eine optimale Heilung, verhindern Reflux und verhindern Anastomosengeschwür nach einer Magenbypass-Operation. Nach 3 Monaten wird Ihr Gesundheitsteam Ihre Symptome und Ihre Operation bewerten, um festzustellen, ob Sie diese Medikamente auch künftig einnehmen sollen oder nicht.
Prävention von Gallensteinen
Wenn Sie noch eine Gallenblase haben, kann Ihr Gesundheitsteam Ursodeoxycholsäure für 6 Monate verschreiben, um die Bildung von Gallensteinen zu verhindern.
Wenn Sie Zuckerkrankheit [Diabetes Mellitus (DM)] haben
Da Sie in den folgenden Tagen nach der Operation nicht viel essen werden, wird Ihre DM-Behandlung nach Ihren Kapillarglukosewert reguliert. In der Regel wird die Insulindosis halbiert und die oralen Medikamente werden nur bei Bedarf eingenommen. Bitte wenden Sie sich während Ihrer Verlaufskontrolle an Ihren Diabetesspezialisten, um bewerten zu lassen, wie Ihre Diabetesbehandlung langfristig reguliert werden soll.
Wenn Sie Diuretika einnehmen
Wenn Sie vor der Operation Diuretika eingenommen haben, sollen Sie diese Medikamente nach der Operation vermeiden, weil Sie nach der Operation sehr wenig Flüssigkeit einnehmen werden, sodass das Risiko einer Dehydrierung erhöht ist. Ihr Gesundheitsteam wird Sie über das Protokoll, das Sie folgen sollen. informieren.
Wenn Sie CPAP verwenden
Bitte vergessen Sie bei der Klinikaufnahme für die Operation nicht, Ihr CPAP-Gerät (Continuous Positive Airway Pressure) in die Klinik mitzubringen. Sie werden dieses Gerät in der Nacht vor der Operation und einige Wochen nach der Operation benutzen. Nachdem Sie eine erhebliche Menge an Gewicht verloren haben, wird Ihr Gesundheitsteam evaluieren, ob Sie noch weitere Behandlung mit diesem Gerät benötigen.
Einführung in die Vitamintherapie
Adipositaschirurgie kann die Fähigkeit Ihres Körpers, Vitamine, Mineralien und Nährstoffe aufzunehmen, deutlich verändern. Außerdem wird die geringe Nahrungsmenge, die Sie einnehmen dürfen, diese Komponenten viel weniger anbieten. Vitamin- und Mineralstoffmangel kann seriöse medizinische Folgen haben. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie für den Rest Ihres Lebens täglich vitamin- und mineralhaltige Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Ihr Gesundheitsteam wird Ihnen ein auf Ihre Bedürfnisse angepassten Nahrungsergänzungsmittel verschreiben.
Ihr Arzt wird regelmäßige Blutuntersuchungen durchführen, um den Ernährungsmangel während Ihrer Verlaufskontrolle zu bewerten. Einige der häufigsten Vitamine und Mineralstoffe sind unten genannt. Wenn Sie vergessen, Ihre Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, steigt das Risiko, dass Sie damit verbundene Symptome erleben.
- Eisen
Eisenmangel ist einer der häufigsten Mangeln. Rotes Fleisch gilt als der Top-Eisenlieferant, aber auch Eier, Bohnen, Nüsse und Aprikosen enthalten Eisen, wenn auch in geringeren Mengen. Frauen verlieren während der Menstruation regelmäßig Eisen. Ihr Gesundheitsteam wird Ihnen unbedingt Eisenpräparate mit einer täglichen Dosis von 80-120 mg verschreiben.
Die Symptome eines Eisenmangels sind wie folgt:
- Ermüdung
- Reizbarkeit
- Anämie – Da die Eisendepots des Körpers gemessen werden können (Ferritinkonzentration), können Blutuntersuchungen frühe Anzeichen eines Eisenmangels ergeben.
Je seriöser der Eisenmangel wird, desto mehr Probleme treten bezüglich der Struktur und Funktion von Zunge, Nägeln, Mund und Magen auf. Die Haut kann blass aussehen und die Innenseite der Augenlider kann rosa werden. Die Nägel werden mit der Zeit dünner und flacher und krümmen sich wie ein Löffel. Der Patient kann ein brennendes Gefühl in der Zunge spüren und/oder die Zunge kann rot, flach und weich erscheinen. Unbehandelte schwere Anämie kann zu einer Herzinsuffizienz führen.
- Vitamin B1
Vitamin B1 ist ein sehr kritischer Nährstoff für die postbariatrische Periode. Es unterstützt den oxidativen Stoffwechsel der Glukose, d.h. die Energiegewinnung aus Glukose.
Wenn der Patient erbricht oder eine Glukoseperfusion verabreicht wird, verschlechtert sich der Vitamin-B1-Mangel, was ein Glukosemangel im Nervensystem verursachen kann. Unter diesen Bedingungen können seriöse neurologische Symptome von sogenannten Folgeerkrankungen, die aus einer vorangegangenen Erkrankung oder Verletzung stammen, verschlimmern. Wenn das Erbrechen länger als 12 Stunden dauert, wenden Sie sich unbedingt an Ihren Arzt.
- Vitamin D
Ein präoperativer Vitamin D Mangel ist sehr häufig und wird in der Regel nach allen Arten von bariatrischen Operationen noch schlimmer. Vitamin D Mangel schadet der Knochengesundheit und wird als verantwortlich für Muskeldysfunktionen angesehen. Vitamin D Mangel kann die Knochendichte vermindern (Osteopenie und Osteoporose) und zu Knochenbrüchen führen. Andere Probleme, die im Zusammenhang mit Vitamin D Mangel auftauchen können, sind Muskelschwäche, Müdigkeit und Stürze bei älteren Menschen.
- Vitamin B12 (Cobalamin)
Ein schwerer Vitamin B12 Mangel kann verschiedene neurologische Störungen wie kognitive Dysfunktion, Depression, Harninkontinenz und Polyneuropathie veranlassen. Wenn solche Komplikationen auftreten, kehrt nach einer B12 Ergänzung die Symptome nicht immer zurück. Die regelmäßige Beobachtung des B12 Spiegels im Blut und die Vermeidung von Mängeln ist von entscheidender Bedeutung.
Zu den Symptomen eines B12 Mangels gehören Taubheit, Kribbelgefühl und Brennen in den Füßen, Muskelsteifheit und allgemeine Schwäche in den Beinen. Anämie ist ein weitverbreitetes Problem und kann durch Blutuntersuchungen in einem frühen Stadium diagnostiziert werden. Nach der Beschränkung natürlicher Vitaminquellen kann das Auftreten der ersten Mangelerscheinungen 5-6 Jahre dauern.
- Kalzium
Kalzium wird für eine problemlose Funktion vieler Organe benötigt. Die wichtigste Komplikation eines Kalziummangels ist seine negative Wirkung auf die Knochengesundheit (Osteoporose, Verringerung der Knochendichte und gelegentlicher Knochenbruch). Der Tagesbedarf beträgt circa 1000-1500 mg.
Tetanie – Sehr niedrige Kalziumspiegel im Blut können wegen der erhöhten Empfindlichkeit in den Nervenfasern und neuralen Zentren zu Muskelkrämpfen in den Beinen führen. Diesen Zustand nennt man Tetanie.
- Folsäure
Folsäure (Vitamin B9) ist wichtig für die Vermehrung der roten Blutkörperchen, gesunde zelluläre Entwicklung und Funktion. Außerdem spielt Folsäure eine wesentliche Rolle bei der Vermeidung von zerebralen und spinalen Geburtsfehlern in den frühen Stadien der Schwangerschaft. Die empfohlene tägliche Dosis für Erwachsene ist 0,4 mg. Erwachsene Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder schwanger sind, sollen täglich 400-800 mcg Folsäure einnehmen.
Die folgenden sind die Symptome des Folsäuremangels. Sie haben normalerweise einen milden Verlauf:
- Ermüdung
- Graue Haare
- Wunden im Mund
- Schwellung der Zunge
- Wachstumsstörungen
- Magnesium
Magnesium ist ein Mineral und hat folgende Funktionen:
- Unterstützt die normalen Nerven- und Muskelfunktionen.
- Unterstützt ein gesundes Immunsystem.
- Fördert die Aufrechterhaltung eines normalen Herzrhythmus.
- Unterstützt die Knochengesundheit.
- Reguliert den Blutzuckerspiegel und steuert der Energiegewinnung und Proteinproduktion.
Magnesiummangel führt zu wichtigen unerwünschten Symptomen wie Muskelschmerzen oder -krämpfen, Verdauungsstörungen, Angstzuständen und Schlafstörungen.
Ihr Arzt wird Ihren Vitamin- und Mineralstoffspiegel regelmäßig kontrollieren. Für Fragen zu Ihrem Vitamin- und Mineralstoffbedarf, Mangelerscheinungen oder Blutuntersuchungen können Sie unser Gesundheitsteam kontaktieren.
Eine Vollblutuntersuchung wird im 1., 3. und 6. Monat der Operation routinemäßig durchgeführt.
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